31. Juli 2026 - In Europas Straßengüterverkehr fehlen derzeit mehr als 502.000 Berufskraftfahrer. Hinzu kommt: Bis 2030 dürften zusätzlich rund 660.000 Fahrerinnen und Fahrer in den Ruhestand gehen. Das geht aus dem aktuellen Global Driver Shortage Report der International Road Transport Union (IRU) hervor.
In Europa nennt die Mehrheit der befragten Transportunternehmen den Fahrermangel als größte Sorge – deutlich vor Betriebskosten, wirtschaftlichem Umfeld, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Und: Nach Einschätzung der IRU entwickelt sich der Engpass zunehmend unabhängig von den üblichen Schwankungen im Transportmarkt.
Die Folgen sind massiv. So müssen etwa 65 Prozent der Unternehmen in Europa neue Transportaufträge ablehnen, weil Personal fehlt. Die Branche hat Nachwuchsprobleme. Und die demografische Zeitbombe tickt: Ein Großteil der aktiven Fahrer ist über 55 Jahre alt, und bis 2030 werden Hunderttausende weitere Kraftfahrer in den Ruhestand gehen.
Ein Verbund, der Kapazitäten sichert
Die System Alliance Europe (SAE) begegnet den aktuellen Herausforderungen der Verkehrswirtschaft in Europa mit ihrer Strategie 2030: Statt weiterer Expansion rückt die vertiefte Zusammenarbeit der mittlerweile 54 Mitgliedsunternehmen in 33 Ländern in den Mittelpunkt. Ziel ist es, Qualität und Zuverlässigkeit der europaweiten Stückgut- und Ladungsverkehre bis 2030 deutlich zu steigern. Und sich so auch gegen Probleme zu wappnen, die unter anderem durch einen Fahrerengpass entstehen könnten.
„Der Verbund setzt auf Vernetzung statt Größe", erklärt SAE-Vorstandsvorsitzender Tassilo Schneider. Zentrale Grundlage dafür ist die neue IT- und Datenplattform SAE LogWorld, die einheitliche Prozesse und mehr Transparenz ermöglicht. „Wo Einzelakteure an Grenzen stoßen, eröffnet der Qualitätsverbund Skaleneffekte, die den wachsenden Herausforderungen begegnen und Kapazitäten sichern“, so Schneider.
Strukturen, die Planungssicherheit liefern
Echtzeitinformationen, KI-unterstützte Prozesse, perfekte Vernetzung, durchgehende Standards: Viele Bausteine helfen dabei, Transportkapazitäten bestmöglich zu planen und auszulasten. Dazu gehört auch eine geschlossene Frachtenbörse, die SAE-Mitgliedern zur Verfügung steht. Ergänzt wird dieser Ansatz durch stabile partnerschaftliche Strukturen, die Mitgliedsunternehmen und Kunden in einem volatilen Marktumfeld mehr Planungs- und Versorgungssicherheit geben.
Mit 46.000 Mitarbeitenden und 170 Niederlassungen in 33 europäischen Ländern ist die SAE der größte Stückgut-Kooperationsverbund des Kontinents und positioniert sich damit genau dort, wo die drängenden Fragen des Sektors 2026 gelöst werden müssen: in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit unabhängiger, inhabergeführter Unternehmen.