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WARUM RESHORING ZUM GEWINN FÜR DIE SAE WIRD

Um Lieferrisiken aus dem Weg zu gehen, holt die Industrie ihre Produktion vermehrt zurück nach Europa. Für die SAE und ihre Mitglieder wird daraus ein strategischer Vorteil

4. Mai 2026 - Reshoring gewinnt in Europa weiter an Bedeutung. Das wird in der aktuellen Capgemini-Studie „Reindustrialization of Europe and the US 2026“ deutlich. Danach haben bereits 73 % der großen Industrieunternehmen in Europa und den USA eine entsprechende Reindustrialisierungsstrategie umgesetzt oder sie sind gerade dabei.

Für Europa selbst zeigt die Studie eine klare Verschiebung der Standortstrategien: Der Anteil der Unternehmen, die Reshoring betreiben, ist auf 42 % gestiegen (von 34 % im Vorjahr), während Nearshoring von 55 % auf 39 % zurückgeht.

„Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Unternehmen zunehmend direkt in ihren Heimatmärkten oder innerhalb stabiler politischer Regionen investieren“, kommentieren die Autoren die Ergebnisse. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der Wandel selektiv erfolgt: Besonders betroffen sind Automotive, Elektronik und Halbleiter, also strategisch kritische Industrien.

DIE LOGISTIK DER WARENSTRÖME VERÄNDERT SICH

Für die Partner der System Alliance Europe entsteht durch den Reshoring-Trend ein klarer strategischer Vorteil, der weit über kurzfristige Mengeneffekte hinausgeht. Denn mit der Rückverlagerung von Produktion nach Europa verschiebt sich nicht nur die geografische Verteilung von Wertschöpfung – es verändert sich die gesamte Logik der Warenströme.

Wo früher interkontinentale Containerströme dominierten, entstehen heute eng getaktete, regionale Transportverkehre zwischen Produktionsstandorten, Zulieferern und Distributionszentren innerhalb Europas. Produktion findet wieder näher an den Absatzmärkten statt – und genau hier ist die SAE mit ihren Mitgliedern zuhause.

Damit wird deutlich: Reshoring ist nicht einfach nur ein zusätzlicher Nachfrageimpuls. Es stärkt strukturell genau jene Netzwerke, die bereits heute auf europäische Flächendeckung, Kooperation und standardisierte Qualität setzen. Für die Mitglieder der System Alliance Europe eröffnet sich damit die Chance, ihre Rolle vom Stückgutspediteur zum tragenden Element neuer industrieller Wertschöpfungsketten innerhalb Europas auszubauen.

Der Schritt zurück ist für die SAE ein Schritt nach vorn.