07. Januar 2026 – Es ist viel in Bewegung in Europa, auch in der Logistik. Zahlreiche Regeln und Maßnahmen beeinflussen 2026 operative Abläufe, Kostenstrukturen und strategische Entscheidungen. Die System Alliance Europe hat einige der wichtigsten Neuerungen unter die Lupe genommen.
CO₂-Kosten und neue Pflichten im Straßengüterverkehr
2026 wird die CO₂-basierte Lkw-Maut durch die EU-Richtlinie europaweit ausgeweitet und differenziert, wobei schmutzigere Lkw teurer werden und saubere Fahrzeuge Rabatte erhalten, was zu einer gestaffelten Maut führt, insbesondere mit neuen CO₂-Klassen in Deutschland und einer neuen Regelung für emissionsfreie Lkw, die ab 2026 nur noch 25 % der Infrastrukturkosten zahlen. Die CO₂-Steuer steigt auf 55-65 € pro Tonne, während Länder wie die Niederlande ein eigenständiges CO₂-Mautsystem einführen, das sich auf die Emissionen konzentriert.
Hinzu kommt eine weitere Vorgabe: Gewerbliche Fahrzeuge zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen, die grenzüberschreitend unterwegs sind, müssen künftig mit smarten Tachographen ausgestattet sein. Diese erfassen Lenk- und Ruhezeiten automatisiert und verschärfen die Kontroll- und Dokumentationspflichten.
Folge: Die Anforderungen an Transparenz und Compliance steigen deutlich. Und: Ohne digitale Unterstützung lassen sich diese Vorgaben kaum noch effizient umsetzen.
Nachhaltigkeit wird zum Wirtschaftsfaktor
Auch abseits des Verkehrs rückt Nachhaltigkeit stärker in den Fokus. Mit erweiterten ESG- und CO₂-Reportingpflichten müssen Logistikunternehmen ihre Emissionen zunehmend detailliert erfassen – oft entlang der gesamten Lieferkette. Fehlende oder unzureichende Daten können dazu führen, dass Unternehmen von Ausschreibungen ausgeschlossen werden.
Parallel treten neue Vorgaben zur Verpackung in Kraft. Die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) verpflichtet Unternehmen, Verpackungsmaterial zu reduzieren und stärker auf Wiederverwertbarkeit zu setzen. Das betrifft nicht nur Hersteller, sondern auch Logistikdienstleister, die Verpackungs- und Versandkonzepte mitgestalten.
Die Sache mit dem EU AI Act 2026
Ab 2026 wird der EU Artificial Intelligence Act für Logistikunternehmen voll wirksam. Das Gesetz reguliert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz erstmals umfassend und risikobasiert. Viele typische Anwendungen der Branche – etwa Routen- und Flottenoptimierung, autonome Fahrzeuge, Sicherheits- oder Mitarbeiter-Analysesysteme – können als hochriskante KI gelten. Für sie gelten strenge Pflichten: Risikobewertungen, technische Dokumentation, transparente Entscheidungslogiken, menschliche Aufsicht sowie teilweise Registrierungs- und Meldepflichten.
Verstöße können zu hohen Bußgeldern führen und den Marktzugang gefährden. Gleichzeitig eröffnet der AI Act Chancen: Unternehmen, die frühzeitig KI-Governance etablieren, schaffen Vertrauen bei Kunden und Partnern und sichern sich einen Wettbewerbsvorteil. 2026 wird KI-Compliance damit vom IT-Thema zum strategischen Faktor für Europas Logistiker.
Strukturwandel im Markt
Neben regulatorischen und technologischen Veränderungen bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen. Europaweit fehlen weiterhin qualifizierte Fahrer und Logistikfachkräfte. Automatisierung und KI können unterstützen, den Personalmangel jedoch nicht vollständig kompensieren.
Zudem bleiben Transportkapazitäten begrenzt, während Energie-, Personal- und CO₂-Kosten hoch sind. Das sorgt auch 2026 für anhaltenden Kostendruck und stabile bis steigende Frachtraten.
Neue Chancen durch Kooperation und Vernetzung
Fazit: 2026 ist für Logistikunternehmen in Europa kein gewöhnliches Jahr. Es steht für:
- mehr Regulierung und höhere Compliance-Anforderungen
- Nachhaltigkeit als messbaren Kosten- und Wettbewerbsfaktor
- Digitalisierung als unverzichtbare Grundlage effizienter Prozesse
Unternehmen, die diese Herausforderungen strategisch angehen und die Chancen ergreifen, die sich aus den veränderten Rahmenbedingungen ergeben, werden in einem zunehmend komplexen europäischen Markt die Nase vorn haben.
Dabei muss niemand das Rad neu erfinden oder teure Berater bezahlen.
Viel einfacher und schneller geht es voran, wenn vorhandene Tools und standardisierte Prozesse genutzt werden, wie sie die System Alliance Europe ihren Mitgliedern bereitstellt – über eine Plattform, die Know-how und best practices von 56 führenden, unabhängigen Logistikunternehmen in Europa bündelt.
Wie 2026 zu einem Gewinn für die Logistik wird?
Dank Kooperation und Allianzen.
Mit Lösungen, die vom Start weg durchgehend perfekt funktionieren.
Europaweit.